LICHT(e)WEGE 2016

11. Juli 2016

„Die Nacht zu etwas Hellem nutzen“ – genau das haben wir an diesem Wochenende getan. Vom 9. Juli  bis zum 21. August könnt ihr auf den Weinbergterrassen in Kassel die Lichtkunstausstellung LICHT(e)WEGE 2016 bewundern. Die von Markus Hutter und Herwig Thol initiierte Ausstellung findet nun zum zehnten Mal statt, während das Licht über die Jahre hinweg verschiedene Orte in Szene setzte. Nachdem der Bergpark Wilhelmshöhe, die Insel Siebenbergen und das Gewächshaus am Schloss Wilhelmshöhe bereits als Kulisse dienten, kann man bereits zum zweiten Mal einen Spaziergang durch den Lichtparcours auf den Weinbergterrassen machen. Die Arbeiten stammen 2016 von Künstlern aus Deutschland, Italien, der Schweiz und Tschechien und verzaubern den bereits magischen Ort auf ein Neues.

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Die denkmalgeschützte Parklandschaft des Weinbergareals bietet eine spannende gartenkulturelle Vergangenheit. Im 16. Jahrhundert als Weinanbaugebiet genutzt, war der Weinberg im Mittelalter Bestandteil einer Befestigungsanlage und später mit der Errichtung von Gartenlokalen der Öffentlichkeit zugänglich. So wie es mit schönen, unbebautem Land meist passiert, wurden die Gärten als Baugrundstücke verkauft und Villen erbaut. Erbaut wurde unter anderem die Villa Henschel, welche jedoch im Krieg zerbombt wurde. Die Familie Henschel, weltweit bekannt für Maschinen- und Fahrzeugbau, prägte weiterhin das Erscheinungsbild vom Weinberg – ihr haben wir beispielsweise die markanten Stützbögen am Fuße des Weinbergs zu verdanken. Während 1955 der ehemalige Privatgarten der Henschels für die Bundesgartenschau zu einem öffentlich zugänglichen Park umgestaltet wurde, blieben die Weinbergterrassen geschlossen. Erst in den letzten Jahren gelang es dank der finanziellen Unterstützung von Sponsoren, nach einer umfangreichen Sanierung und Freilegung, die Terrassen der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

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Nach Einbruch der Dunkelheit könnt ihr die Lichtinstallationen auf euch wirken lassen. Besonders gut gefällt mir an dem Projekt, dass die Kunst im Grünen stattfindet – zuletzt besichtigte ich die (Lichtkunst-)Ausstellung „Doubt“ von Carsten Höller im Pirelli Hangar Bicocca in Mailand, welche auch sehr eindrucksvoll war. Doch Licht in der Natur einzusetzen um „Kunst“ zu schaffen, macht sein Wirken erfahrbarer.

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Dieses Wochenende war das Wetter ziemlich gut und noch am Abend war es angenehm warm, sodass wir auch auf den Liegestühlen vor der Info-Getränkebar Platz nehmen konnten, um eine Limonade zu trinken.

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Während mir die virtuelle Raumfahrt, auf die uns die Videoprojektion „Danse Macabre“ von Ugo Dossi einlud, sehr gefiel, ist mein Lieblings-Kunstwerk die Lichtinstallation von Lindner / Steinbrenner. „Transformator II“ lässt mittels Bewegungsmeldern eine Botschaft sichtbar werden, wenn sich mehrere Leute zusammenschließen und in Bewegung bleiben: Durch eine vermeintlich „kleine“ gemeinschaftliche Handlung wird eine Botschaft an eine ganze Stadt sichtbar. Wir waren nur zu zweit, deshalb haben wir uns extra beeilt, um auch Euch die Botschaft nicht vorzuenthalten. 😉

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Weit über die Stadtgrenzen hinaus trifft man Menschen, die Kassel nur als Stadt mit dem zugigen Bahnhof kennen. Und vor Ort beklagt man sich über das vermeintlich hässliche Stadtbild mit der eigentlich schmucken Architektur der 50er Jahre. Doch die Waschbärenhauptstadt ist in Wahrheit nicht bloß schön, nein, sie hat sogar einiges zu bieten - deshalb wurde 2016 "Fuldaufer" von Lena Gehrmann und Sebastian Tam gegründet. Sie zeigen, wie und wo sie Kassel erleben und bieten Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher. Erlebt Kassel mit ihnen: Kreuz und quer, kulinarisch und kulturell!

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