KUNSTHANDWERK IN DER DOCUMENTA-HALLE

07. November 2016

Schon seit 1998 freuen sich viele Kasseler auf den stets am ersten Novemberwochenende stattfindenden Kunsthandwerkermarkt. Während dieser die ersten zehn Jahre im Südflügel des Kulturbahnhofs beheimatet war, zog er 2009 in die documenta-Halle um. Zwischen Staatstheater und Orangerie gelegen, bietet die 1992 errichtete Halle viel Platz und vor allem Freiraum zur Entfaltung für dort ausgestelltes – Glas, Stahl und Beton sorgen für einen reduzierten Raumeindruck, der dieses Wochenende durch einiges an Kunsthandwerk getoppt wurde. Jeweils drei Taler tauschten wir beim Eintritt gegen zwei Tageskarten und tauchten durch das Menschenmeer in der Halle. Während am Sonntag nicht wenige Menschen Kunst und Handwerk bestaunten, war natürlich auch einiges geboten: Rund einhundert Aussteller präsentierten ihre Arbeiten.

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Schon nach wenigen Schritten verzauberte uns der Stand von Barbara Hermanowski aus Hann. Münden. Bei „Stadtwald“ finden wir Naturillustrationen, Stempel und vor allem Holz – Stempel aus Holz, Figuren aus Holz, Schmuck aus Holz, Schönes aus Holz. Mit einer Schwäche für „schön“ Gezeichnetes, musste ich direkt zwei Stempel kaufen. Sechseckig wie eine Bienenwabe kommt der Stempel mit Griff aus Ahornholz daher, welches aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Das Stempelgummi wird von vielen Naturmotiven geschmückt, die von Walnuss bis Waschbär reichen. Mit „schön Gezeichnetem“ meine ich hübsche Illustrationen, die mich erfreuen: Die Tiere haben eine positive Ausstrahlung, wirken gewissermaßen süß – ich schaue sie gerne an. Neben den vielen Stempeln begeisterten uns vor allem auch die hölzernen Figuren, wie zum Beispiel der Esel, der zu galoppieren schien, wenn man an einem Rädchen drehte. Eine Postkarte bildete ein Krokodil ab –  hier handelte es sich um ein Foto einer ähnlichen Holzarbeit. Einfach nur schön!

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Ähnlich toll fanden wir die Stehaufziehtiere von Uwe Kramer. Der Diplom-Designer fertigt aus hochwertigen und robusten Materialien Tiere und Monster, die sich elegant und windschnittig zugleich in Fahrtrichtung neigen, wenn man an ihrer Schnur zieht. Das pfiffige dabei ist, dass sich die Tiere wieder von selbst aufrichten, wenn der Zug an der Schnur nachlässt. Ein super Begleiter für die Kleinen – schade, dass wir schon groß sind, denn die Tiere haben echt Charme!

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Im Nebenraum treffen wir auf Papier. Marlies Arndt arbeitet seit 1991 als Papiergestalterin und fertigt hübsche Miniaturen. Sterne, Tannenbäume und mehr begeistern vor allem die Marktbesucherinnen, die selbst gerne basteln. Habt ihr euch schonmal an Origami versucht?

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Während ein Tag ohne Kuchen kein guter Tag ist, traf es sich gut, dass es für alle hungrigen Besucher eine Futterecke gab. So sorgte das Café Nenninger für die Bewirtung und servierte unter anderem leckeren Blechkuchen, Brötchen und Kaffee.

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Weniger appetitlich erschien so manche Keramik. Ob wir uns Geschirr, geschmückt mit Ameisen, in die Küche holen würden, wissen wir nicht. Würdig für ein Foto war es dennoch. Genauso wie das gefühlte It-Piece des diesjährigen Kunsthandwerkermarktes: Wo man auch hinsah, trugen Besucher dünne Metallspieße umher, an deren Spitze eine Figur mit Meisenknödel und Apfel thronte. Die Vogelfutterspieße stammten vom Atelierhaus Chaco aus Bielefeld, das mit diversen „Rostbarkeiten“ und Rauchzeichenkeramik viel Kunst für den Garten bot. 

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 Ein paar Treppenstufen hinabgestiegen, betraten wir die untere Ebene der documenta-Halle. Dort begeisterten uns vor allem die „Miniarturen“ von Dorothea Cüppers aus Kassel. In Streichholzschachteln erschafft sie wahrlich winzige Welten. Die Motive auf den Schachteln und die plastischen Szenen in den Schachteln in Verbindung, ließen unsere Köpfe rauchen: Dem Blick auf die winzigen Welten in den Schachteln folgten Gedanken in unseren Köpfen, die in einer Geschichte mündeten – diese versuchten die kleinen Welten zu erklären.

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Zwei Stände weiter trafen wir Martin Alig, dessen Interesse vor allem Leuchten gilt. So reduziert wie das Design der Leuchten, ist auch ihre Montage – soll heißen, mit einem Handgriff hängt der Lampenschirm über der Fassung und die Leuchte spendet nicht nur nach unten, sondern auch zu den Seiten Licht. Der Kasseler Designer schenkt seine Aufmerksamkeit aber nicht nur Lampen, Tischen und Uhren, sondern kann auch noch gut mit Papier: Neben der Gestaltung von bunten Buchecken, die als Lesezeichen dienen, hat er sich eine Kamera gepackt und vierundzwanzig Blätter mit Bildern gefüllt – zwei Kassel-Kalender sind das Ergebnis. Ein bisschen mehr Text dazu findet ihr hier, geschrieben von mir!

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Natürlich können wir hier nicht über jeden Stand auf dem Kunsthandwerkermarkt schreiben, sondern zeigen vor allem, was uns besonders gefiel. Ein paar mehr Eindrücke wollen wir euch trotzdem nicht vorenthalten, die wir zwischen Keramik, Leder und Textilien aufgenommen haben.

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Während ich gleich zu Beginn bei den Stempeln zugeschlagen habe, hat Sebastian sich am Ende unseres Besuchs in der documenta-Halle in einen Kreisel verliebt. Mehr als zwei Minuten kreiselt dieser kerzengerade, bevor er aus dem Gleichgewicht kommt und fällt. Glücklich, mit etwas Kunsthandwerk in den Jackentaschen, fahren wir schließlich nach Hause.

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Weit über die Stadtgrenzen hinaus trifft man Menschen, die Kassel nur als Stadt mit dem zugigen Bahnhof kennen. Und vor Ort beklagt man sich über das vermeintlich hässliche Stadtbild mit der eigentlich schmucken Architektur der 50er Jahre. Doch die Waschbärenhauptstadt ist in Wahrheit nicht bloß schön, nein, sie hat sogar einiges zu bieten - deshalb wurde 2016 "Fuldaufer" von Lena Gehrmann und Sebastian Tam gegründet. Sie zeigen, wie und wo sie Kassel erleben und bieten Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher. Erlebt Kassel mit ihnen: Kreuz und quer, kulinarisch und kulturell!

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