IN BEWEGUNG AUF DER MUSEUMSNACHT 2016

05. September 2016

Am 3. September öffneten zwischen 17 und 1 Uhr mehr als 45 Museen ihre Tore und luden zur 15. Museumsnacht in Kassel ein. Mit rund 350 Einzelveranstaltungen wurde die Nacht mit Ausstellungen, geführten Rundgängen, Filmen, Aktionen, Poetry Slams, Tanz-Performances und Mitmachangeboten für Kinder zelebriert. Das diesjährige Motto zur Museumsnacht lautete „In Bewegung“: Und es tut sich was, in der Kulturlandschaft Kassels, sie ist wahrlich in Bewegung. Wir haben uns vergangenen Samstag auch ordentlich bewegt – aber schaut selbst!

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Die Tickets gekauft, führte uns unser Weg als erstes zum Kasseler Kunstverein. Der Verein mit Standort im Museum Fridericianum wurde 1835 von Bürgern zur Förderung und Vermittlung aktueller Kunst gegründet. Auch aktuell engagiert sich der Verein für (inter-)nationale junge Positionen. Seit dem 1. September zeigt der Kunstverein die Ausstellung ZOOZOOZOO, in welcher vier künstlerische Positionen gezeigt werden, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinander setzen. Besonders gefielen uns die Fotografien von Ed Panar. Beobachten wir als Bildbetrachter die womöglich überraschten Tiere oder sind sie überraschenderweise die Beobachter unseres Handelns?

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Auf dem oberen Plateau der Gustav-Mahler Treppe, am Fuße des Friedrichsplatz, waren einige Buden aufgebaut. Bei einem Stück Pflaumenkuchen der Kleinen Kantine lud die Gastronomische Insel zu einer Verschnaufpause ein. Für Musik sorgte das WEINBERG-KRUG SOUNDSYSTEM. Die Treppen hinunter gelaufen, sind wir schon an der Orangerie angelangt. Im Westpavillon gastiert das Deutsche Tapetenmuseum mit einer Ausstellung, die einige Exponate seiner international beachteten Sammlung zeigt. Da wir es kaum erwarten können, die Tapeten im bald fertig sanierten Hessischen Landesmuseum zu bewundern, kamen wir um einen Gang durch die ausgewählten Exponate nicht herum. Neben Papiertapeten aus dem Rokoko (ich liebe diesen Stil!), trafen wir auch die Micky Maus. Schräg neben dem Westpavillon ließ Landgraf Karl das Marmorbad zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Schaubad errichten. Ein kurzer Blick auf die prachtvolle Innenarchitektur lässt staunen. Doch weiter ging es, schnurstracks in die Neue Galerie.

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Während ich in der Neuen Galerie schon viele Stunden mit der Interpretation von Kunstwerken zugebracht habe – so war das Leben früher als Schülerin im Kunst-Leistungskurs – stellten die Werke, die von der Romantik zum deutschen Impressionismus, der Klassischen Moderne zur Kunst der Nachkriegszeit und documenta-Erwerbungen seit 1982 reichen, für Sebastian weniger bekanntes Terrain dar. Ein Warhol hier, Richters Bode dort: In der neuen Galerie kann man sich stundenlang aufhalten und bei jedem Besuch gibt es ein neues Detail zu entdecken.

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Unsere nächsten Stopps führten uns in den Vorderen Westen. In der Galerie Coucou in der Elfbuchenstraße 20, ein Ausstellungsort für relevaante, diskursorientierte, zeitgenössische Kunst, werden die Arbeitern deutscher wie auch internationaler KünstlerInnen gezeigt. An der Museumsnacht wurde die aktuelle Ausstellung eröffnet; „Das Mädchen mit dem Fächer“ von Slawomir Elsner. Er verwandelt die Räume der Galerie Coucou mit Bild, Objekt und Installation in eine poetische Erzählung über die Geheimnisse der Vorstellungskraft, Reproduktionslust und spekulativem Wissen. Striche, dichte Pigmentflächen, Silhouetten, es lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch der kleinen aber feinen Galerie nahe des Bebelplatzes – mir hat die Ausstellung wirklich sehr gut gefallen. Nebenan befindet sich ein seit 2015 von Künstlern betriebener Projektraum namens LAGE. Genutzt als Ausstellungsraum, Galerie, Workspace und Veranstaltungsort liegt das Programm zwischen inhaltlich im Bereich zeitgenössischer Kunst, Fashion, Design und Performance. Am Samstag konnten wir dem Künstlerkollektiv Katz und Fuchs bei ihrer experimental-fotografischen Arbeit „the dark side of the image“ zusehen, wie sie eine neues „Foto“ aufnehmen. Das an der Museumsnacht mit Hilfe ihres raumgreifenden Aufnahmeverfahrens aufgenommene Bild wird am 18. September bei der LAGE Besprechung präsentiert.

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Nach ein paar Fragen an die Künstler ging es mit der Bahn (ja, das Museumsnacht-Ticket wurde dieses Jahr ausgeweitet und enthält übrigens auch die An- und Abreise im ganzen NVV-Gebiet), zum Bergpark Wilhelmshöhe. Dort sollten wir zum letzten Mal in diesem Jahr die Beleuchteten Wasserspiele bestaunen können. Nach einer Stärkung in Form von Bratwürstchen im Brötchen beobachten wir das wilde Treiben vor dem Schloss. Im Hintergrund tönten „Die Tonträger“ und sorgten für eine angenehme musikalische Untermalung. Um 22 Uhr war es schließlich so weit und die illuminierten Wasserspiele fanden im Fontänenteich ihr Ende. Die Große Fontäne schoss 50 Meter in die Höhe – ein krönender Abschluss einer lauen Septembernacht. Wir waren nämlich ziemlich erschöpft, nachdem wir am Abend zuvor schon auf dem Hoffest waren. Nach rund 15.000 Schritten und circa 11 gelaufenen Kilometern fielen wir schließlich müde ins Bett. Nächstes Jahr macht die Museumsnacht aufgrund der documenta eine Pause – 2018 sind wir aber wieder dabei.

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Weit über die Stadtgrenzen hinaus trifft man Menschen, die Kassel nur als Stadt mit dem zugigen Bahnhof kennen. Und vor Ort beklagt man sich über das vermeintlich hässliche Stadtbild mit der eigentlich schmucken Architektur der 50er Jahre. Doch die Waschbärenhauptstadt ist in Wahrheit nicht bloß schön, nein, sie hat sogar einiges zu bieten - deshalb wurde 2016 "Fuldaufer" von Lena Gehrmann und Sebastian Tam gegründet. Sie zeigen, wie und wo sie Kassel erleben und bieten Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher. Erlebt Kassel mit ihnen: Kreuz und quer, kulinarisch und kulturell!

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