HANS WURST IST HIMMLISCH BERLINERISCH

20. August 2017

Fast jeder ist schonmal vorbei gefahren, fast jeder hat ihn schon einmal gesehen: Der Imbiss „Hans Wurst“ an der Wolfhager Straße in Rothenditmold sticht durch seinen gelb-roten Anstrich ins Auge. Oder aber durch die fröhlichen Gesichter an den Stehtischen am Straßenrand. Grund für ihre Fröhlichkeit ist nichts geringeres als Hans‘ Wurst – die mittlerweile aber von Benjamin Becker zubereitet wird. Der Wurst-Unternehmer in der dritten Generation hat den Imbiss im Herbst 2016 von Hans-Peter Nebeling übernommen. „Meine Oma hat auf dem Königsplatz angefangen, Bratwurst zu verkaufen, mein Vater hat dann auf der Königsstraße weitergemacht. Als Nebeling auf uns zugekommen ist, haben wir uns natürlich geschmeichelt gefühlt“, so der gelernte Fleischer Benjamin Becker. „Hans Wurst“ war stets für seine leckere Currywurst bekannt und das hatte sich herumgesprochen. Interesse hatte Becker prompt – und besonders nach einer Einarbeitungsphase im Imbiss war die Sympathie zu Nebeling groß. „Es gab die Überlegung, ob wir den Imbiss zusammen weiterführen wollen. Doch das Ehepaar Nebeling hatte bereits für sich beschlossen, dass sie aufhören würden“, erklärt Becker. Zusammen mit seinem Schwager schmeißt „Benni“ nun alleine den Laden, das Konzept ist aber noch immer dasselbe.  

Ein Kunde kommt, Benni schaut auf, fragt „Currywurst Pommes?“. Der Kunde lächelt, sagt „zweimal“. „Doppeldecker“, ruft Benni wissend und beginnt die Würste mit dem Messer zu schneiden. „Ich habe viele treue und vor allem liebe Kunden, die immer wieder kommen. Die Leute wissen es zu schätzen, dass sie hier gutes Essen für einen guten Preis bekommen“, sagt Benni, „das merkt man auch daran, dass sie gerne Trinkgeld geben“. Teuer ist es wirklich nicht – eine Currywurst schlägt gerade einmal mit 2,20€ zu Buche. Doch wie schmeckt es denn nun? Wir haben eine Pommes mit Mayo, zweimal Currywurst und ein Brötchen bestellt – eine ordentliche Mahlzeit für gerade einmal 6,60€.

Himmlisch berlinerisch – so lässt sich unser Mittagessen kurz und knapp zusammenfassen. Die Pommes? Knusprig aus der Fritteuse, zart mit Paprika bestäubt und ein ordentlicher Klecks Mayo. So schmecken sie mir am besten. Die Currywurst? Wie andernorts fast schon üblich, ist sie keine Rostbratwurst, sondern eine feine, leicht rötliche Wurst, die einer Bockwurst ähnelt. „Manche kriegen die Krise, wenn sie sehen, dass die Wurst in die Fritteuse kommt. Aber das muss so sein“, erklärt Benni uns später. Schmecken tut die Wurst auf jeden Fall grandios – und nicht fettig. Besonders die Soße hat es mir angetan, die mit ihrer fruchtig-süßen Note nicht zu knapp bemessen im Schälchen landet. Wer es noch würziger mag, bestellt seine Wurst einfach mit Zwiebeln oder scharf. Und das Brötchen? Das war auch schmackhaft. Bei einem Imbiss würde man wohl eher viel zu knusprige Fabrikbrötchen erwarten, doch dieses hat geschmeckt wie vom Bäcker um die Ecke.

Die Skepsis mancher früherer Kunden ist also unberechtigt. Beim Benni schmeckt’s – so gut wie bei Hans-Peter Nebeling. „Natürlich steht jetzt eine andere Person in der Bude. Aber ich sag‘ immer, man sollte erstmal probieren!“, so Becker. Und egal ob Eis, Schnee oder 30°C Grad im Sommer – die Leute kommen, weil es gut ist. Die Kundschaft reicht vom Junkie bis zum Familienvater, der mit seinem Porsche nach Rothenditmold fährt, um hier Currywurst zu essen. Eine klitzekleine Änderung hat Benni im Hinblick auf die Pommes vorgenommen. „Ich arbeite nicht gerne für die Mülltonne, deshalb frage ich die Leute lieber, wieviel Pommes sie möchten. Ich gebe lieber ein paar weniger raus, und bei Bedarf noch einen Nachschlag. Keiner soll hier hungrig weggehen, aber natürlich muss es im Preis-Leistungs-Verhältnis fair bleiben“, erklärt Nebelings Nachfolger. Gute Idee, wie wir finden. Doch nicht nur das Essen muss gut sein, sondern auch der, der es zubereitet und verkauft. Aber dass Benni ein guter Typ ist, der liebt was er macht, der nicht auf den Mund gefallen ist und doch immer für einen Spaß zu haben ist, merkt man sofort. Manchmal würde er auch zum Seelsorger werden, erinnert sich Benni an einen Kunden, der einen schlechten Tag hatte: „Ich habe dann gesagt: Iss erstmal eine Currywurst, dann sieht die Welt wieder ganz anders aus. Später hatte er wieder ein Lächeln im Gesicht“. Einen besseren Nachfolger konnte Nebeling wohl nicht finden.

Wer lieber Zuhause isst, der kann sein Essen auch zum Mitnehmen bestellen. Und wer noch ein originelles Geschenk sucht, der verschenkt am besten einen Gutschein für die kultige „Hans Wurst“. Benni findet ihr montags bis freitags von 10:30 bis 22:00 Uhr und samstags von 12:00 bis 22:00 Uhr im Imbiss an der Wolfhager Straße 179 in Kassel-Rothenditmold. Sonn- und Feiertags hat Hans Wurst geschlossen, sowie „immer in der 2. und 3. Woche der Sommerferien, vom 23. Dezember bis 2. Januar und wenn die Welt untergeht“. Ihr habt also zahlreiche Möglichkeiten, hier zu schlemmen. Wie ihr seht, uns hat es gemundet – übrig geblieben sind nur die Pappschälchen.


5 Kommentare

  • Bianca lindenborn

    Ich wohne fast um die ecke bei hans-Wurst und kann nur sagen einfach lecker die beste Currywurst die ich je gegessen habe !!!

  • Lars Adelt

    Das ist die beste Currywurst der Welt

  • richter

    Das es schmeckt.
    Die Bedienung stimmt.
    Kennt man auch ss dem Stammbaum von Benny.
    Die Familie ist für Kunden super.
    Besonders Kinder und Senioren freundlich.auch an seinen ehemaligen
    Wirkungsstätten.zb Schwimmbad Lohfelden.Sehr gute versorgung schon beim Frühstück. was die Familie bis dato noch macht.
    Weter so.

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