EIN CRAFTBEER PUB FÜR KASSEL

11. November 2016

Vor weniger als zwei Wochen sind wir morgens aufgewacht, haben obligatorisch erstmal das Handy in die Hand genommen und durch Facebook gescrollt. Zwischen Nachrichten, Statusmeldungen und Urlaubsfotos sind wir hängen geblieben: Tobi’s Pub, ein neuer Craftbeer-Pub für Kassel sucht Unterstützer. Über einen Link gelangen wir zur Seite der Crowdfunding-Kampagne, auf welcher Tobi und Stella Rosandic für ihre Sache werben: Sie haben die Chance eine alteingesessene Kneipe im schönen Stadtteil Wehlheiden zu übernehmen und möchten aus dieser einen echten Craftbeer Pub zaubern: Hier soll es besondere Biere geben, ebenso wie Whiskey und leckeres Essen. Und alles in einer gemütlichen Atmosphäre, für die vor allem eine kleine Bühne sorgen soll. Dort ist Platz für Livemusik und Jam-Sessions, und zwar für jedermann. Hört sich gut an, oder? Genau deshalb haben wir Tobi und Stella getroffen und mit ihnen ein bisschen über ihre Pläne gequatscht.

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Tobi und Stella sind schon da, als wir die Kneipe betreten. Total sympathisch sind die beiden, das sei schonmal klar. Doch wie schaut die Kneipe aus, die der neue Treff und Ausgangspunkt für kulturelles, sei es kulinarischer oder musikalischer Gattung, sein soll? Weil wir Ort und Lokalität noch nicht benennen dürfen, folgt eine Beschreibung: Den einen Raum durchzieht die Theke, der andere ist sehr geräumig, seine Decke ist ausgekleidet mit einem echten Schiffsrumpf. „Die Automaten kommen alle raus“, sagt Tobi und deutet auf die bunt blinkenden Geräte. Stattdessen soll der, nennen wir ihn mal „Schiffsraum“, mit ein paar Fritz-Kola-Bänken ausgestattet werden. Dazu ein paar halbe Whiskey-Fässer, die als Tische dienen, machen die gemütliche Sitzecke perfekt. Eine kleine Bühne soll noch in die Ecke, ganz wichtig! Denn hier soll zukünftig musiziert werden. Tobi und Stella machen selber Musik, und möchten immer eine offene Bühne bieten. „Leute schreiben Songs, sie schreiben großartige Lieder und haben keine Chance, sie zu präsentieren. Wir wollen den Künstlern einfach die Möglichkeit geben, ihre Musik zu spielen“, erklärt Tobi. Eine tolle Sache für Nachwuchsmusiker, während die Pub-Besucher neue Talente entdecken können. Die Akustik sei auf jeden Fall gut, vielleicht könne man auch ab und an mal Youtube-Videos im Pub aufnehmen, ganz in Anlehnung an die bereits viel gefilmten Wohnzimmerkonzerte. Ansonsten seien die beiden mit dem Pub zufrieden. Ein paar Tische hier und da, vielleicht ein paar Bierneons wie in den Kneipen bei Law & Order im TV – die Lichter gefallen Tobi, der schonmal eine Kneipe in Emden geführt hat, sehr.

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Doch nun zu der Sache, die einen Pub ausmacht – schließlich möchte niemand auf dem Trockenen sitzen: In Tobi’s Pub soll es ständig besondere Biere geben – und zwar im Wechsel. Dafür fahren Tobi und Stella auch schonmal ein paar Kilometer zu den verschiedensten Brauereien, kaufen ein paar Fässer, um schließlich den durstigen Kasselern ein besonderes Schmankerl zu bieten. „Wenn es in einer Kneipe kein gutes Bier gibt, dann nehm‘ ich lieber eine Cola“, sagte Tobi und machte damit unmissverständlich klar, dass es bei ihm nur gute, ausgesuchte Biere gibt. Als Ergänzung zum wechselnden Angebot, soll es aber auch einige Hausbiere (und zwar vom Fass) geben. Dazu werden Biere der O’Hara’s Carlow Brewing Company, von Rogue, Hütt, Warburger und das „läuft“ der Kasseler Braumanufaktur Steckenpferd zählen. Die Steckenpferde, Erik und Johannes, hat Tobi Ende April beim Tasting ihres Bieres in der King Schulz Bar kennengelernt – als regionale Produzenten eines der Hausbiere darf man sich schon jetzt auf Specials freuen. Aber was ist ein Pub ohne Whiskey? Ob in amerikanischer und irischer Schreibweise oder in schottischer – Tobi, der ausgebildeter Whiskey-Sommelier ist, wird sie alle haben. Als Hauswhiskey wird Tobi alle Sorten des Teeling Whiskey aus Dublin anbieten. Longdrinks und Cocktails soll es übrigens auch geben – auch hier gilt, dass Tobi und Stella auf Besonderes setzen: „Da gehen zum Beispiel die Erdbeeren in den Mixer, alles was frisch und lecker ist und auf keinen Fall 0815“, sagt Tobi.
Und für alle, die abends hungrig bei Tobi und Stella im Pub stranden werden, gibt es auch noch Essen im Angebot. „BBQ“ sei das Zauberwort. Dabei würde das Fleisch von der Landfleischerei Nutschan aus Espenau kommen, die stets auf dem Wehlheider Wochenmarkt präsent ist. Tobi freut sich auf jeden Fall schon viele Leckereien, wie zum Beispiel Pulled Pork, in seinem Barbecue-Smoker zuzubereiten. So möchte auch Stella einmal im Monat ein echtes „Full Irish Breakfast“ mit allen Raffinessen servieren. Das oberste Gebot lautet hier: Alles regional – und auch Vegetarier und Veganer werden es sich bei Tobi und Stella schmecken lassen können! So ist es selbstverständlich, dass im Pub das Rauchen nicht erlaubt sein wird, aber für alle Glimmstängel-Süchtigen gibt es vor der Tür oder im Hinterhof reichlich Platz.

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Ein Pub als Ausgangspunkt für kulturelles, im Herzen von Wehlheiden, nur wenige Gehminuten von der Haltestelle Kirchweg entfernt. Also wir sind überzeugt, ihr auch? Dann besucht doch mal die Crowdfunding-Kampagne von Tobi und Stella und werdet „Bierkulturförderer“. Bis zum 30. Januar 2017 soll bestenfalls das Fundingziel von 20.000 Euro erreicht werden, die Fundingschwelle liegt bei 10.000 Euro. Was mit dem Geld passieren soll? Als Craftbeer Pub mit wechselndem Angebot besonderer Biersorten, sollten Tobi und Stella unabhängig von Brauereien sein – gewöhnlich geben Brauereien Darlehen für Zapfanlage, Begleitkühlung und Interieur und erkaufen sich damit, dass nur ihr Bier exklusiv in der jeweiligen Bar verkauft wird. So muss ein „Rotating Tap“ angeschafft werden, also ein oder zwei Zapfhähne, an welchen nahezu wöchentlich ein anderes Bier probiert werden kann. Daneben müssen noch ein paar Umbaumaßnahmen getroffen werden, damit Gäste und Musiker genügend Platz finden. Mehr Informationen findet ihr auf Facebook und in der Kampagne, ebenso wie zahlreiche kreative „Dankeschöns“ für die Unterstützer von Tobi’s Pub. Wir hoffen jedenfalls, dass Tobi und Stella viele Unterstützer finden, denn Kassel kann nur schöner werden, wenn sich ganz viel auf allen Seiten tut. Wir gönnen uns jetzt ein Feierabendbier.. und auch wenn ihr gerade keine Taler zum Unterstützen übrig habt: Sharing is Caring!

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Weit über die Stadtgrenzen hinaus trifft man Menschen, die Kassel nur als Stadt mit dem zugigen Bahnhof kennen. Und vor Ort beklagt man sich über das vermeintlich hässliche Stadtbild mit der eigentlich schmucken Architektur der 50er Jahre. Doch die Waschbärenhauptstadt ist in Wahrheit nicht bloß schön, nein, sie hat sogar einiges zu bieten - deshalb wurde 2016 "Fuldaufer" von Lena Gehrmann und Sebastian Tam gegründet. Sie zeigen, wie und wo sie Kassel erleben und bieten Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher. Erlebt Kassel mit ihnen: Kreuz und quer, kulinarisch und kulturell!

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