BEI L’OSTERIA ÜBER DEN TELLERRAND SCHAUEN

29. Januar 2017

Pizza kann man in Kassel vielerorts essen. Da wäre das Avanti in der Königsgalerie, San Marino mit den bekannt großen Pizzen in der Südstadt oder der Systemgastronom Vapiano in der Neuen Fahrt – um nur ein paar wenige Pizzerien benannt zu haben. Seit Mai 2016 darf uns Kassel-Bewohner die Entscheidung noch schwerer fallen, wo wir unser Lieblingsessen aus Italien am besten zu uns nehmen. Nachdem wir bald nach der Eröffnung der Pizza- und Pastakette „L’Osteria“ im Sommer ein lauschiges Plätzchen zwischen Pflasterstein und Topfpflanze auf dem Königsplatz gefunden hatten, das uns besonders wegen dem Essen gut in Erinnerung blieb, haben wir L’Osteria nun noch einmal besucht, um ein paar Eindrücke für euch mitzubringen. Den meisten ist die Restaurant-Kette wohl wegen der riesigen Pizzen bekannt: Mit rund 45 cm sollen die aber auch einiges messen. Aber seht selbst.

Während sich im Sommer viele zusätzliche Sitzplätze vor dem Restaurant auf der unteren Hälfte des Königsplatzes finden, muss man zur kalten Jahreszeit noch mehr Glück haben, sofort einen Platz zu ergattern – denn das Restaurant ist wohl immer gut besucht. Eine Reservierung kann also nicht schaden. Hat man dann einen freien Tisch ergattern können, geht es auch sofort los: Auf dem Tisch liegen schon die Speisekarten bereit, die einem die Qual der Wahl lassen. Neben den vielen Pizzen (die man sich auch teilen darf – es lassen sich die Hälften sogar verschieden belegen), stehen neben ein paar Desserts noch Salate, Pasta und Antipasti auf der Karte. Zusätzlich gibt es eine Wochenkarte, die auch regelmäßig auf der Facebook-Seite und der Website von L’Osteria einzusehen ist. Im Sommer hatten wir als Vorspeise eine Antipasti-Platte von der Wochenkarte bestellt, von der wir noch immer träumen – dies nur als Tipp, solltet ihr mal die Wahl haben. Diesmal haben wir uns auf die reguläre Karte beschränkt und Caprese bestellt, also Tomaten mit italienischem Büffel-Mozzarella und Basilikum. Anschließend wollten wir uns gerne eine Pizza teilen, Prosciutto e Funghi, und dazu bestellten wir Cola. Anders als bei Vapiano muss man sich sein Essen nicht selber an den Platz holen, sondern bekommt es wie in einem klassischen Restaurant serviert. An dieser Stelle müssen wir schonmal sagen, dass der Service unglaublich ist – sehr zuvorkommend, ganz aufmerksam und flink. Oft genug ärgert man sich über unfreundliche Kellner, die scheinbar keinen Spaß an ihrem Job haben und ihre Laune an den Gästen auslassen – diese Spezies darf man hier suchen, was wir echt toll finden – wenn man merkt, dass die Mitarbeiter ihren Job gerne machen, fühlt man sich gleich noch ein bisschen wohler. Aber dazu später mehr. 

Denn schon werden uns Öle, Pfeffer und Salz an den Tisch gebracht, dicht gefolgt vom Brotkorb. Das Brot ist ein wahrer Gaumenschmaus – innen fluffig weich, die Kruste knackig ohne zu krümeln. Unser Mozzarella kommt schließlich auch, angerichtet auf einem Tomatenbett in Basilikum-Olivenöl-Lache. Obwohl es gerade nicht wirklich Zeit für lecker aromatische Tomaten ist, hat man hier das beste rausgeholt und die Vorspeise kann uns beiden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Während wir Mozza und Tomate auf unseren kleinen Tellerchen wie Tapas verspeisen, werden neben uns ein paar Tische leer, sodass wir ein paar Fotos vom Innenraum machen können: Das Restaurant ist modern eingerichtet, hat aber trotzdem das Flair einer traditionellen italienischen Pizzeria – Fliesen an der Wand, Tische und Stühle aus Holz, hier und da warme indirekte Lichtquellen und gerahmte Bilder, grüne Polster und ein paar mediterrane Pflanzen zaubern ein gemütlich-modernes Ambiente. Tüpfelchen auf dem i ist die offene Küche, in der man als Gast (wenn man einen guten Platz erwischt hat) die Küchen-Crew beim zaubern beobachten kann. Hochachtung an den Pizzabäcker – wenn ich bloß so schnell und gekonnt den Teig kneten und durch die Luft werfen könnte, würde die Pizza aus dem eigenen Ofen sicher anders schmecken… 😉 Pizza für Pizza wird aus der Küche getragen (wobei Pasta- und Salat-Teller auch verlockend aussehen) – zurück aber zur Pizza. Denn die Prosciutto e Funghi ist fertig!

 
 

Heiß serviert auf zwei Tellern kommt unsere Pizza, die mit 9,50€ einen tollen Preis hat. Was nämlich als eine Pizza auf der Karte steht, entspricht in Wirklichkeit eher zwei Pizzen. Also lohnt es sich hier, über den Tellerrand zu schauen, um jeden Zentimeter der Pizza vernaschen zu können – der Rand hängt nämlich halb auf dem Tisch. Gut belegt mit frischen Pilzen und Schinken, kommt die Pizza mit dünnem Teig und knusprigem Rand. Nachdem ich in Mailand bei einer der besten Pizzerien der Stadt gegessen habe (for your interest: Maruzzella bei Porta Venezia) und die Pizza dort auch Sebastian begeistern konnte, ist es schwer unsere Pizza-Sehnsüchte zu stillen. Hier schmeckt es uns aber sehr gut – das darf schon was heißen. Und wer nicht so smart war wie wir und sich seine Pizza mit jemandem geteilt hat, der kann seine Pizza-Reste verpacken lassen und mit nach Hause nehmen.

 

Satt und glücklich können wir auch dank des guten Service rasch zahlen. Das Treppchen hinunter laufen wir in Richtung Tür und stehen direkt vor der Bar – hier kann man auch mal einen trinken. Zumindest ist die Getränkekarte gut bestückt und auch die Pistazien laden zum Verweilen ein. Wenn auch immer gut besucht und daher ein bisschen laut, gefällt uns L’Osteria. Und dass, obwohl es sich hier um eine Kette handelt. Das Essen schmeckt und als Gast fühlt man sich willkommen. Ein bisschen Leben tut dem Königsplatz gut, weshalb wir uns freuen, im Sommer mitten auf dem Platz erneut eine Riesenpizza zu bestellen – denn gibt es etwas besseres, als bei leckerem Essen das Treiben auf dem sonnigen Platz im Herzen der Kasseler Innenstadt zu beobachten? Sicherlich nicht.

 


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