AUF DER FULDA MIT DER RGK 1927

11. September 2016

Samstagmorgen endete die Nacht für uns gegen halb sieben, denn schon um acht Uhr waren wir am Auedamm 33 verabredet. Am Bootshaus der Rudergesellschaft Kassel 1927 trafen wir Tobias Sommer, den stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins in Bereich Sport und Trainer, der uns eine Woche zuvor einlud, das Training der C-Junioren zu begleiten.
Die B- und A-Junioren liefen sich warm, denn sie sollten an Land bleiben, um anschließend – aber mit einem herrlichen Blick auf das Fuldaufer – Ergometer zu fahren.  Unsere Boote wurden derweil ins Wasser gelassen: „Perfektes Wetter, ein spiegelglatter Fluss, da will man unbedingt Rudern“, verriet uns Tobias voller Begeisterung. Aber heute sollten uns Malou und Henry zeigen, was sie können: Während die dreizehnjährigen im Einer vor uns auf der Fulda ruderten, folgten wir den beiden zusammen mit Tobias Sommer (etwas weniger sportlich) mit dem Motorboot. Dafür konnten wir uns auf die tolle Landschaft, das Fotografieren und auf’s Quatschen konzentrieren, denn Tobias hatte einiges zu erzählen.

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Auf dem Wasser spürten wir die ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und ein Gefühl von Behaglichkeit – vielmehr war es die Ruhe, die uns verzauberte. Die Strecke abwärts der Fulda ist sehr gerade, dazu kommt, dass man Schaumkronen oder kleine Wellen in Kassel vergeblich suchen muss. Da man beim Rudern neben der richtigen Technik auch eine gewisse Kraft haben muss, sollte die Konzentration nicht fehlen. Während man in Gedanken bei sich ist, könne man aber die tolle Landschaft genießen. Mittwoch- oder donnerstagnachmittags müsse man jedoch Slalom fahren, da die Fulda ziemlich voll sei – für uns hat sich das frühe Aufstehen also gelohnt. Wir sind vielen Enten, Reihern und Kormoranen begegnet und ließen uns von Eisvögeln und vom hier ansässigen Biber erzählen, dessen Gebiet die Waldauer Kiesgrube sei. „Rudern ist als Wassersport ein Natursport, also müssen wir die Natur auch achten“, erzählte uns Tobias. Und so wundert es nicht, dass gekonnt ein großer Bogen um die Schwäne gerudert wird.

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Tobias Sommer kennt „seinen“ Fluss sehr gut, das merkt man sofort. Vor vier Jahren hat er nach einer Pause wieder mit dem Rudern im Verein begonnen, vor zwei Jahren begann er seine Tätigkeit als Trainer und startete dabei mit zwei Kindern – mittlerweile sind es neun. Der Nachwuchs sei da – und auch das Potential! Natürlich haben die Ruderer um neue Mitglieder zu kämpfen, denn es gibt viele andere Sportarten, wie zum Beispiel Fußball oder Handball, mit denen der Rudersport in Konkurrenz steht. Dabei habe das Rudern gerade in Kassel eine lange Tradition und müsse nur mehr Aufmerksamkeit bekommen. Schulen wie das Friedrichsgymnasium leisten aber gute Arbeit, so habe die Schule mit seinem Ruderverein beispielsweise ein tolles Konzept, bei dem ältere Schüler den jüngeren, unerfahrenen Schülern helfen.
Viermal die Woche bietet Sommer den Kindern an, zu trainieren. Gerudert wird auf der Fulda so lange und so häufig wie es geht – das heißt, wenn der Fluss im Winter nicht zugefroren ist, geht es in die Boote. Für die Ruderer sei das kein Problem, da sie durch die Bewegung des ganzen Körpers warm bleiben.

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Wie ihr auf den Fotos seht, der Blick von der Fulda ist atemberaubend. Man hat einen tollen Blick auf den Herkules. Aus der Ferne lässt sich die „Skyline“ Kassels erahnen, direkt vorbei fährt man unter anderem an documenta-Kunst (wie der Spitzhacke), historischen Gebäuden (wie der Orangerie, der Pumpstation, dem Kurbad oder dem Rondell) und an den Bootshäusern hinter der seit 2009 bestehenden Fuldapromenade. Über diese freue man sich sehr, da durch den Fußweg direkt am Fuldaufer endlich etwas los sei. Die Fulda werde nun endlich als Schwimmfluss wahrgenommen – was sie auch verdient habe, schließlich sei das Wasser wegen fehlender Industrie von guter Qualität. Im Winter könne man sogar bis auf den Grund schauen, da dann nicht so viele Motorboote das Wasser aufwirbeln würden, erzählt uns Tobias. Sehr bedauerlich sei es aber – und diese Ansicht teilen wir – dass Spaziergänger nicht so viel von der zwei Kilometer langen Fuldapromenade hätten: Denn das Ufer ist zu großen Teilen mit Büschen und Gestrüpp zugewuchert, dass einem der Blick auf den Fluss verwehrt bleibt. Die Stadt Kassel kümmere sich nicht um den Wuchs am Fuldaufer, wobei es eingesehen sei, dass man Brut- und Nistplätze schützen muss. Ein Heckenschnitt könne jedoch nicht schaden! Nicht jede Stadt kann einen Fluss wie die Fulda als den ihren nennen, also sollte man ihn würdigen und nutzen: Oberhalb der Gärtnerplatzbrücke ist zum Beispiel eine riesige Wiese – wie wäre es beispielsweise mit einem Fuldabad, einem Flussbad in historischer Manier? SchwimmerInnen würde es freuen. Manch einer schwimmt aber auch jetzt schon gerne in der Fulda. Das werde, wie bereits erwähnt, gerne gesehen, denn die Fulda wird nur durch ihre Nutzung lebendiger. Allerdings würden viele recht unbedarft, kreuz und quer, schwimmen und damit sich und die Ruderer in Gefahr bringen. Denn Ruderer rudern „rückwärts“. Da ihr Hinterkopf in Fahrtrichtung zeigt, sehen sie nicht, was vor ihnen passiert. Schwimmer sollten sich daher gut umsehen und bemerkbar machen. Das Leben am Fluss ist nun einmal ein Miteinander.

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Nach anderthalb Stunden und rund 12 Kilometern auf dem Wasser, geht es wieder an Land. Ich bin beeindruckt von Malou und Henry, die das ganze Stück mit vollem Körpereinsatz gerudert sind. Die Boote werden an Land gebracht, wir werfen noch einen Blick auf den Boots-Bestand und die verschiedenen Ruder (man rudert mit zwei „Skulls“ oder einem „Riemen“). Unser Fazit: Rudern ist ein toller Sport für Jung und Alt (zu letzterem, seht diesen HNA-Artikel). Im Rudern vereinen sich die Komponenten Kraft, Ausdauer, Konzentration und Teamgeist. Und auch das Leben am Fluss – das Fuldaufer – ist ein wichtiger Bestandteil des „Natursports“. Wenn ihr neugierig geworden seid und wir mit unserem Beitrag für Lust und Laune am Rudern gesorgt haben: Die Rudergesellschaft Kasssel 1927 e.V. freut sich immer über Nachwuchs.

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ÜBER FULDAUFER

Weit über die Stadtgrenzen hinaus trifft man Menschen, die Kassel nur als Stadt mit dem zugigen Bahnhof kennen. Und vor Ort beklagt man sich über das vermeintlich hässliche Stadtbild mit der eigentlich schmucken Architektur der 50er Jahre. Doch die Waschbärenhauptstadt ist in Wahrheit nicht bloß schön, nein, sie hat sogar einiges zu bieten - deshalb wurde 2016 "Fuldaufer" von Lena Gehrmann und Sebastian Tam gegründet. Sie zeigen, wie und wo sie Kassel erleben und bieten Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher. Erlebt Kassel mit ihnen: Kreuz und quer, kulinarisch und kulturell!

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