ALLES IN EINEM: „CULT CASSEL“

19. November 2017

Der Sommer ist vorbei, Bikini und Badehose liegen ganz hinten in der Schublade und ohnehin sind weite Kuschelpullover viel besser als hautenge Shirts. Nicht nur, weil sie uns an diesen nass-kalten Herbsttagen wärmen und uns davor bewahren, mit einem Schnupfen nach Hause zu kommen. Vielmehr helfen sie, unsere Bäuche zu verstecken – denn mit dem Sommer geht der Beachbody, mit der Kälte kommt der Hunger.
Das liegt nicht nur daran, dass überall in den Supermarktregalen die Lebkuchen auf uns warten und wir in süßer Nostalgie schwelgen wollen. Oder daran, dass wir wegen des kurzen Sommers, der schneller ging als er da war, ganz melancholisch werden und dem Frustessen verfallen. Vielmehr liegt es daran, dass der Körper in den Wintermonaten seine Präferenzen für Nahrung verändert und sich – so schlimm es in Zeiten der „Selbstoptimierung“ auch klingen mag – ein paar Energievorräte in Form von Fettpölsterchen anfuttern will, damit wir die kalte Jahreszeit ähnlich gut wie die Winterschläfer überleben. Zum Glück verfallen wir aber nicht in den Tiefschlaf wie Murmeltier und Co. – sonst würden wir verpassen, wie Kassel kulinarischer wird! Zuletzt eröffnete nämlich in der Werner-Hilpert-Straße das „Cult Cassel“.

Wie der Name nicht verrät, handelt es sich um ein Restaurant, ein Café und eine Bar in einem – man kann hier also Mittagessen, nachmittags ein Käffchen trinken, sich abends den Bauch vollschlagen oder auf einen Drink an der Bar vorbeischauen. Dementsprechend angepasst sind auch die Öffnungszeiten (montags bis donnerstags: 11 – 22 Uhr, freitags und samstags: 12 – 3 Uhr, Sonntag ist Ruhetag).
Uns war es diesmal nach einem ordentlichen Mittagessen. In der Karte finden sich hausgemachte Suppen, Salate und Nudeln, sowie Döner(-Spezialitäten), Pizza, Desserts und Beilagen wie Süßkartoffelpommes.
Unser Interesse galt vor allem dem Döner, denn das Cult Cassel bietet ihn in besonders guter, Berliner Qualität an. Das Drehspießfleisch ist also nicht wie bei vielen anderen Imbissen mit Zusatzstoffen „gestreckt“. Es kommt dafür straight aus der Hauptstadt, wo die Betreiber Sina, Cem und Cenk den passenden Lieferanten gefunden haben.


„Also zwei Döner Kebab bitte, einen mit scharfer Soße und einen mit Knoblauchsoße“. Die Soße kann man nämlich selbst wählen, als drittes steht noch eine Kräutersoße zur Wahl. Neben dem Döner Kebap mit Kalbfleisch gibt es übrigens auch einen Hähnchenfleisch-Döner und eine vegetarische Variante. Preislich liegen alle mit 4,50€ gleich.
Während wir an unserer Cola nippen und auf den Spinat-Käse-Börek warten, bleiben die Plätze, die um uns herum frei werden, nicht lange leer. Das Interieur ist herrlich modern, schön hell, ein wenig industriell – wenn man vergisst, dass man gerade in Kassel-Mitte hockt, könnte man fast denken, man sei in einem netten Café in Brooklyn nahe dem East River. Aber genug geträumt, nun wird gestaunt.
Denn während die auf Holzbrettchen servierten Dönerteller, die an uns vorbei zu den anderen Tischen gebracht werden, schon einiges versprechen, ist auch der Döner ein wahrer Blickfang. Prall gefüllt mit frischem Gemüse und einer ordentlichen Portion feiner Kebap-Scheiben. Im Geschmackstest fällt sofort auf, dass das Fleisch einen „echten“ Geschmack hat und sich tatsächlich qualitativ von vielen Drehspießen, die wir so aus Kassel kennen, abhebt. Das Fladenbrot ist super knusprig und schmeckt wie selbst gebacken, auf Nachfrage erfahren wir, dass es das zwar nicht ist, aber in Kassel gebacken werde. Sebastian, der sich sonst immer teelöffelweise  die scharfe Gewürzmischung „Pul Biber“ auf den Döner geben lässt, ist mit der scharfen Soße richtig zufrieden. „Die ist mal wirklich scharf“, sagt er. Wenn das mal nichts zu heißen hat. Und auch meine Knoblauchsoße kann mich überzeugen, denn sie ist weder zu „schwach“, noch ist der Knoblauch zu aufdringlich.







Fazit: Mit Cult Cassel haben wir jetzt neben zwei weiteren Imbiss-Dönern einen dritten „Lieblingsdöner“ gefunden. Und während wir sonst immer „zum Mitnehmen“ bestellen, verweilen wir hier gut und gerne – denn auch der Service ist wirklich klasse und sorgt sich unserer Meinung nach  überdurchschnittlich gut um das Wohl der Gäste. Es wird uns sicherlich schwer fallen, das nächste Mal die Nudeln oder die Pizza zu probieren, denn was man mag bestellt man doch immer wieder – oh Winterspeck wir lieben dich! Aber vielleicht mag uns ja jemand von euch berichten?


P.S.: Das sind zwei der drei Cult Cassel-Macher: Cenk und Sina! Cem war bei unserem Besuch leider abwesend. Dennoch sind sie offensichtlich in bester Gesellschaft.

 


1 Kommentar

  • Astrid Hensel

    Mein Mann und ich waren am Eröffnungstag dort essen.Wir bekamen einen bequemen Platz. Wurden perfekt ,aufmerksam und sehr nett bedient.
    Das Essen war einfach total lecker.
    Die Pommes kross,der Salat sehr lecker hergerichtet und das Dönerfleisch einfach perfekt. Die Saucen sind hervorragend.
    Am Freitag waren wir wieder da und es war ein absolutes Esserlebnis.
    Danke,bleibt bitte weiter so.

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Weit über die Stadtgrenzen hinaus trifft man Menschen, die Kassel nur als Stadt mit dem zugigen Bahnhof kennen. Und vor Ort beklagt man sich über das vermeintlich hässliche Stadtbild mit der eigentlich schmucken Architektur der 50er Jahre. Doch die Waschbärenhauptstadt ist in Wahrheit nicht bloß schön, nein, sie hat sogar einiges zu bieten - deshalb wurde 2016 "Fuldaufer" von Lena Gehrmann und Sebastian Tam gegründet. Sie zeigen, wie und wo sie Kassel erleben und bieten Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher. Erlebt Kassel mit ihnen: Kreuz und quer, kulinarisch und kulturell!

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